Gesichtserkennung – 6 Fragen und Antworten

Gesichtserkennung

Geht es um die Gesichtserkennung, kommt man nicht am Beispiel China vorbei. In den verschiedensten Situationen, beispielsweise bei der Zuteilung einer neuen Handynummer, werden Bewohner des Landes dazu genötigt, einen Gesichtsscan durchzuführen. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um dies als Vorarbeit für das Social-Credit-System, das noch im Jahr 2020 eingeführt werden soll, zu deuten. Natürlich: Hierzulande befinden wir uns weit entfernt von solchen Maßnahmen. Doch auch in Deutschland spielt die Gesichtserkennung mittlerweile eine gewisse Rolle. Dieser Artikel ergänzt unseren Artikel zur Warnung aus dem Jahr 2017 von Edward Snowden und gibt Antworten auf sechs wichtige Fragen rund um die Technologie und deren Einsatz.

Autor: Thomas W. Frick, 04.03.2020, Thema: Gesichtserkennung

#1: Wie funktioniert die Gesichtserkennung?

Die Gesichtserkennung wird von einer Software mit passendem Algorithmus ermöglicht. Aber wie schafft es dieser Algorithmus, ein Gesicht von einem anderen zu unterscheiden? Das funktioniert schrittweise.

Gesichtserkennung Funktionsweise1. Erkennen und zuordnen von hellen und dunklen Pixeln

Die Software weiß, dass Augenhöhlen und Mund eines Gesichts vergleichsweise dunkel sind, während die Nase eher durch helle Pixel dargestellt wird. So werden die grundlegenden Eckpunkte des Gesichts erfasst.

2. Akribisches Messen von Abständen

Im zweiten Schritt beginnt das Messen von Abständen zwischen markanten Punkten im Gesicht. Dazu gehören beispielsweise die Distanz zwischen den Augen und die Abstände zwischen Mund, Nase und Augen. Auf diese Weise kann quasi ein digitaler Fingerabdruck abgebildet werden – also ein möglichst einzigartiger Abdruck des Gesichts.

Dieser Abdruck kann in der Folge mit Fotos aus Datenbanken verglichen und so einer Person zugeordnet werden.

HPDF-Angebot Gesichtserkennunginweis: Unsere Berichte sind oft sehr ausführlich. Daher bieten wir an dieser Stelle eine Zusendung des Artikels im PDF-Format zur späteren Sichtung an. Nutzen Sie das Angebot um sich die Praxis-Impulse in Ruhe durchzulesen, Sie können hierfür auch einfach auf das PDF-Symbol klicken.

#2: Welche Geräte arbeiten mit der Gesichtserkennung?

Jedes Smartphone neuerer Generation ist in der Lage, Gesichter zu erkennen, sodass die Geräte per Gesichtserkennung entsperrt werden können. Außerdem ist es möglich, Fotos, die auf dem Gerät gespeichert sind, anhand der Gesichter nach Personen zu durchsuchen. Zudem gibt es die Gesichtserkennung im Browser, die hochgeladene Bilder auf diese Weise “identifiziert”.

#3: Wie und von wem darf die Gesichtserkennung genutzt werden?

Gesichtserkennung GesetzIm Vergleich zu China ist die Gesetzeslage in Deutschland äußerst streng, was die Nutzung von Gesichtserkennungs-Softwares angeht. Möchten Sie als Privatperson oder im Rahmen Ihres Unternehmens einen Gesichtsabgleich durchführen, müssen Sie das Einverständnis der jeweiligen Person einholen. Viel spannender ist aber eigentlich die Diskussion darum, in welchem Ausmaß Behörden die Gesichtserkennung im öffentlichen Raum nutzen dürfen. Im neuen Polizeigesetz von 2019 ist keine Passage zum Thema zu finden. Zwar wurden diesbezügliche Regelungen in Betracht gezogen, diese wurden allerdings aus dem Gesetzesentwurf entfernt. Ausprobiert wurde der öffentliche Einsatz durch die Bundespolizei dennoch bereits, und zwar im Jahr 2018 am Bahnhof Berlin Südkreuz.

#4: Gibt es Beispiele für den Einsatz von Systemen zur Gesichtserkennung?

Nicht jeder, der die Gesichtserkennung und den Abgleich von Gesichtern mit einer Datenbank nutzen möchte, muss im Besitz eines eigenen Algorithmus sein. Die Alternative stellt das Mieten der Software dar, was beispielsweise bei Amazon möglich ist. Aber wo werden solche Systeme in der Praxis eingesetzt? Wir stellen drei bekannte Beispiele vor:

Gesichtserkennung in Unternehmen

Die zugehörigen Datenbanken in Kombination mit der Gesichtserkennungs-Technologie erlauben es zum Beispiel, Angestellte am Arbeitsplatz oder Besucher eines Events zu identifizieren.

Gesichtserkennung in der Fußball-Bundesliga

In der Fußball-Bundesliga wird die Gesichtserkennung seit Anfang des Jahres 2020 genutzt. Fans können dadurch aufgezeichnete Spiele nach einzelnen Spielern durchsuchen.

US-amerikanische Polizeibehörden nutzen Gesichtserkennung

US-amerikanische Polizeibehörden verwenden das System, um Fälle aufzuklären. Sie vergleichen Aufnahmen von Überwachungskameras mit Gesichtern, die in Datenbanken gespeichert sind.

HPDF-Angebot Gesichtserkennunginweis: Unsere Berichte sind oft sehr ausführlich. Daher bieten wir an dieser Stelle eine Zusendung des Artikels im PDF-Format zur späteren Sichtung an. Nutzen Sie das Angebot um sich die Praxis-Impulse in Ruhe durchzulesen, Sie können hierfür auch einfach auf das PDF-Symbol klicken.

#5: Was hat die Firma Clearview damit zu tun?

Gesichtserkennung ClearviewClearview AI ist eine Firma, die 2017 gegründet wurde und sich hauptsächlich auf die Erstellung einer weltweiten Datenbank von Gesichtern konzentriert. Die Firma sammelt Bilder, beispielsweise aus sozialen Netzwerken, die sich sehr direkt mit den zugehörigen Namen in Zusammenhang bringen lassen, und bietet ihre Datenbank unter anderem Polizeibehörden an.

Derzeit steht Clearview heftig in der Kritik: Zum einen lässt sich kaum sagen, wie zuverlässig sich die Gesichter den jeweiligen Namen zuordnen lassen, zum anderen fürchten soziale Netzwerke einen Vertrauensverlust ihrer User. Twitter sprach beispielsweise ein explizites Verbot aus, das es Clearview untersagt, Daten von dem sozialen Netzwerk zu beziehen.

#6: Wie kann man sich gegen die Gesichtserkennung schützen

Als Bürger fragt man sich nun natürlich, was man dagegen tun kann, sich in einer solchen Datenbank wiederzufinden. Die traurige Wahrheit ist, dass ein 100-prozentiger Schutz kaum möglich ist. Zumindest dann nicht, wenn man sich in sozialen Netzwerken bewegt und Bilder postet. Das Tragen einer Mütze oder Sonnenbrille, starkes Make-up und ausgefallene Frisuren können den Algorithmus prinzipiell überfordern, sodass man einer Zuordnung entgeht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte allerdings einen großen Schritt weiter gehen und keinerlei Fotos von sich posten, die mit seinem realen Namen in Verbindung gebracht werden können. Wenn Sie sich generell über die Sicherheit von Gesichtserkennung, Iris-Scanner und Fingerabdrucksensor informieren wollen, können Sie direkt hier weiterlesen.

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