Gesichtserkennung | Edward Snowden warnt

Gesichtserkennung

Gesichtserkennung ist das automatisierte Erkennen eines Gesichts in der Umwelt bzw. in einem Bild oder das automatisierte Erkennen, Vermessen oder Beschreiben von Merkmalen eines Gesichts um die Identität einer Person oder andere Merkmale wie Geschlecht, Alter, Gesundheit, sexuelle Ausrichtung, Gefühlslage oder Herkunft festzustellen. Genau diese Technologie nutzt auch das neue iPhone X von Apple. Deswegen illustriert der Whistleblower Edward Snowden anhand des neuen Smartphones die Gefahren, die bei der Gesichtserkennung entstehen.

Autor: Roman Isheim, 16.12.2017, Thema: Gesichtserkennung

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Snowden warnt vor Gesichtserkennung bei Smartphones

Gesichtserkennung beim neuen iPhone XAuf der JBFOne, dem IT-Kongress der Fiducia & GAD, warnte Edward Snowden davor, dass Firmen immer mehr Daten anhäufen und ganz offensichtlich nicht in der Lage sind, diese zu schützen. Am deutlichsten wird dies am Beispiel des Fahrdienstes Uber. Das Unternehmen gab erst jetzt bekannt, dass im Jahr 2016 Kundendaten geklaut wurden. Allerdings sind nicht nur die Firmen schuld, sondern auch die Endanwender selbst. Schließlich geben heutzutage Nutzer immer mehr Daten über sich preis und nutzen ganz freiwillig Überwachungs-Gerätschaften.

Edward Snowden liefert als Beispiel das neue iPhone X. Das Smartphone von Apple verfügt über eine eingebaute Gesichtserkennung. Diese wird unter anderem zur Authentifizierung des Anwenders genutzt. Zwar sei diese bereits umgangen worden, aber das sei nicht das eigentliche Problem. Das größere Problem liegt darin, dass Apple auch Entwicklern von Fremd-Apps Zugriff auf die Daten der intelligenten Gesichtserkennung gewähren will. Der Whistleblower ist sich jetzt schon sicher, dass sie diese Technologie missbrauchen werden.

 

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Gesichtserkennung beobachtet den Nutzer

Gesichtserkennung beobachtet NutzerEdward Snowden malt sich schon einige negative Szenarien für die Zukunft aus. Ein Szenario davon werden Anzeigen sein, welche die Reaktion des Anwenders auf die eingeblendete Werbung auswerte. Es wird analysiert ob der Anwender an der richtigen Stelle lacht oder ob er sich gelangweilt abwendet. Trifft letzteres zu, so könnte man dies dazu nutzen, den Werbe-Clip zu pausieren und erst wieder fortzusetzen, wenn er wieder die volle Aufmerksamkeit hat. Dies ist nur eine von zahlreichen Missbrauchsszenarien. Zwar möchte Apple solche Übergriffe verbieten, allerdings geschieht dies lediglich über Nutzungsbedingungen. Die Entwickler müssen damit praktisch nie mit ernsthaften Konsequenzen rechnen.

Die von den vielen Firmen gesammelten Daten erfolgen ohnehin häufig ohne echte Zustimmung des Anwenders, im Regelfall sogar ohne dessen Wissen. Im Idealfall wird das Einverständnis im Kleingedruckten ewig langer Nutzungsvereinbarungen eingeholt, welche von kaum jemanden gelesen werden. Kommt es schließlich zu einem Datenklau, so ist letztlich der Anwender, der Geschädigte und nicht das Unternehmen. Zum Schluss appellierte Edward Snowden an die Firmen, nur die Daten zu sammeln, die sie für ihre Geschäftsprozesse brauchen und forderte zusätzlich, dass die Unternehmen stärker als bisher für den Missbrauch der von ihnen erfassten Daten haften sollten.

 

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Gesichtserkennung zukünftig in der Medizin

Gesichtserkennung in der MedizinNicht nur bei den Smartphones kommt die Gesichtserkennung zum Einsatz, sondern auch bei zwei österreichischen Apotheken des Pharma-Konzerns Bayer Austria. Diese testen momentan Medikamenten-Marketing mit automatischer Gesichtserkennung. Das heißt, Kunden werden von einer Kamera gefilmt und bekommen anschließend Arzneimittel des Pharmakonzerns Bayer empfohlen. Die Kamera ermittelt dabei das Geschlecht und das ungefähre Alter der Person. Das dazugehörige Display zeigt anschließend die Medikamentenempfehlung für den Nutzer.

Der Konzern hat keine Bedenken bezüglich des Datenschutzes, da die Technologie auf datenschutzrechtliche Unbedenklichkeit geprüft und mit dem ePrivacy-Siegel zertifiziert sein soll. Aus den erfassten Daten werde umgehend ein Hash-Wert generiert, bei dem es keine Rückschlüsse auf persönliche Daten geben soll. Auch die Bilder sollen umgehend gelöscht und auch keinesfalls weitergegeben werden. Laut Konzern soll es auch zu keiner Verknüpfung mit weiteren Daten geben, auch dann nicht, wenn der Kunde in der Folge ein Produkt kauft. Nach Aussagen der Apothekenmitarbeiterin habe sich noch kein Kunde beschwert. Dennoch sollten auch hier die Bedenken des Datenschutzes nicht komplett vergessen werden. Letztendlich muss jeder selbst wissen wie viele Daten er preisgebe und, welche er lieber für sich behält.

 

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