Mobilfunk auf dem Vormarsch: Hat das Festnetz ausgedient?

Der Mobilfunk auf dem Vormarsch

Die ersten Mobilfunknetze wurden im Jahre 1950 entwickelt und konnten nur über unhandlich tragbare Funkgeräte genutzt werden. Sie fanden zunächst wenig Beachtung und stellten absolut keine Konkurrenz zum Telefon dar, dessen erstes Modell bereits 1870 erfunden wurde. Erst mit Aufkommen der Handys – groß wie schmale Ziegelsteine und mit langen Antennen ausgestattet – gewann der Mobilfunk für die normale Bevölkerung an Reiz. Heute ist ein Leben ohne Smartphone mit zuverlässigem Mobilfunknetz und Internetempfang kaum noch vorstellbar. Dieser Artikel beschreibt das Verhältnis von Mobilfunk und Festnetznutzung, geht auf die Hintergründe ein und befasst sich mit der Frage, ob das Festnetz bald schon ganz von der Bildfläche verschwinden könnte.

Autor: Thomas W. Frick, 22.05.2019, Thema: Mobilfunk auf dem Vormarsch

Deutschlandweite Nutzung von Mobilfunk vs. Festnetz

Infografik: Ruf doch mal an! | StatistaJahrelang galt das Festnetz als Telefonie-Mittel der Wahl. Doch glaubt man dem Jahresbericht der Bundesnetzagentur, scheinen diese Zeiten vorbei zu sein. Aus dem Bericht geht hervor, dass 2018 rund 119 Milliarden Minuten mobil telefoniert wurde, während das Festnetz nur noch für 107 Milliarden Gesprächsminuten genutzt wurde. Eine vielleicht absehbare Entwicklung, die dennoch so manchen überrascht. Wirft man einen Blick in die Vergangenheit, wird klar, dass es sich hier um einen recht rapiden Wandel handelt: 2014 noch zählte das Festnetz 150 Milliarden ausgehende Gesprächsminuten.

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Welche Ursachen stecken hinter dieser Entwicklung?

Dem Zuwachs an Mobilfunkgesprächen liegen verschieden Ursachen zugrunde:

Telefonieren unterwegs

Mobilfunk NutzungZum einen hat die mobile Telefonie eine grundlegende Veränderung im Telefonierverhalten der Menschen bewirkt. War man früher nur erreichbar, wenn man Zuhause war, kann man heute immer und überall angerufen werden. Die Möglichkeit der allgegenwärtigen Erreichbarkeit hat dazu geführt, dass diese mittlerweile erwartet wird. Sprich: Die Frage, ob man unterwegs zu erreichen ist oder nicht, stellt sich gar nicht mehr. Wir telefonieren beim Einkaufen, beim Autofahren, beim Spaziergang, in der Bahn – und eben auch, aber nur zu einem vergleichsweise geringen Teil, Zuhause.

Günstige Mobilfunk-Tarife

Günstige Mobilfunk-Tarife ermöglichen eine intensive Mobilfunk-Nutzung zu mehr als erschwinglichen Preisen. Mit einer Flat für rund 25 € im Monat kann grenzenlos telefoniert und dazu noch ausgiebig gesurft werden. Die Tage, in denen die Minuten beim mobilen Telefonieren akribisch gezählt und die Zurück-Taste hektisch betätigt wurde, sobald man versehentlich auf den Internet-Button kam, gehören einer Zeit an, die so mancher Mobilfunknutzer gar nicht miterlebt hat.

Entfallen der EU-Roaminggebühren

Gründe für den Mobilfunk ZuwachsMitte 2017 wurden die Roaming-Gebühren innerhalb der EU abgeschafft. Unter “Roaming” versteht man allgemein hin das Einwählen in ein ausländisches Mobilfunknetz, wofür ehemals zusätzliche Gebühren anfielen. Ein kurzer Anruf aus dem Italienurlaub konnte so schnell zum teuren Spaß werden. Heute kann aus allen 28 EU-Mitgliedsstaaten ganz ohne Zusatzkosten telefoniert werden. Dabei ist zu beachten, dass die Regelung lediglich für Gespräche, die aus dem EU-Ausland getätigt werden, gilt. Sprich: Wer aus der Heimat eine ausländische Nummer anruft, zahlt weiterhin drauf. Trotzdem kann in Folge der neuen Verordnung ein deutlicher Anstieg an Mobilfunkgesprächen aus dem EU-Ausland verzeichnet werden. Das “Plus” betrug von 2017 auf 2018 rund 14 %.

Nutzung mehrerer SIM-Karten

Zu guter Letzt dürfte auch die mittlerweile gängige Nutzung mehrerer SIM-Karten eine Rolle spielen. Immer mehr Menschen nutzen mehr als eine SIM-Karte, beispielsweise um Berufliches und Privates besser trennen zu können. Dank Dual-SIM-Smartphones müssen dafür nicht einmal zwei Geräte angeschafft werden. Beide Nummern lassen sich über ein und dasselbe Smartphone verwalten. Aber auch Tarife, die für eine Telefonnummer mehrere SIM-Karten bereitstellen, um das immer umfangreichere Inklusiv-Datenvolumen von mehreren Geräten abzurufen (z. B. persönliches Handy und gleicher Datentarif fürs Tablet), werden dadurch immer attraktiver.

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Deutlich mehr Mobilfunk-Nutzer: Welche Rolle spielt die M2M-Kommunikation?

Ein Aspekt, der in Anbetracht der steigenden Mobilfunk-Nutzung leider oft außer Acht gelassen wird, ist der Einfluss der sogenannten M2M-Kommunikation, also der Kommunikation von Maschine zu Maschine. Für den Datenaustausch zwischen diesen Geräten, der beispielsweise über WLAN, Bluetooth und Festnetz, aber eben auch über das Mobilfunknetz stattfindet, kommen schließlich ebenfalls SIM-Karten zum Einsatz. Auch wenn hier keine verlässlichen Zahlen vorliegen, dürfte sich dieser Faktor in nicht unbedeutender Weise auf die Statistik auswirken und muss daher zumindest genannt werden.

Gehört das Telefonieren über das Festnetz bald der Vergangenheit an?

Zukunft des FestnetzesWer nicht zu den Digital Natives gehört, erinnert sich wahrscheinlich noch mehr oder weniger lebhaft an die grausigen Geräusche, die aus der Buchse kamen, wenn man sich über den Telefonanschluss ins Internet einwählte. Kaum war man im Netz, wollte irgendjemand im Haushalt telefonieren und die Verbindung musste getrennt werden. Analoge Festnetzanschlüsse gibt es seit dem letzten Jahr nicht mehr. Das bedeutet, dass das Festnetz seither grundsätzlich auf dem Internetanschluss basiert und nicht andersherum. Mittlerweile gibt es viele Haushalte, in denen kein Festnetztelefon mehr genutzt wird – die Möglichkeit ist aber in fast allen Fällen trotzdem vorhanden. Warum? Ganz einfach: Bei den meisten Anbietern sind nur WLAN-Pakete erhältlich, die ein Festnetz mit einschließen. Der Anschluss ist also prinzipiell vorhanden, auch wenn er nicht in Anspruch genommen wird. Experten gehen davon aus, dass in Zukunft vor allem online telefoniert werden wird. Bis die Realität dies aber bestätigt, können noch viele Jahre ins Land ziehen. Schließlich werden hier funktionierende, zuverlässige, lückenlose und vor allem schnelle Internetanbindungen vorausgesetzt – ein Aspekt, mit dem Deutschland bekanntermaßen wenig glänzt.

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